Sommerseminare

Die christliche Bewegung war von Anfang an eine Bewegung der Bildung.

Bereits in den Anfängen hat das junge Christentum Lehren und Lernen institutionalisiert und war sich des Umstandes bewusst, dass dieses eine Grundkomponente christlicher Religionspraxis ist. Die beiden Theologen N. T. Wright und Michael F. Bird haben daher die ersten Christen als bookish culture bezeichnet. In dieser langen und lebendigen Tradition stehen auch die AHF-Fortbildungen.

Die Seminare setzen „coram Deo“ (lateinisch für "vor dem Angesicht Gottes") als Deutungsrahmen unserer pädagogischen Auseinandersetzung voraus. Sie können sowohl eine akademisch-wissenschaftsbezogene als auch eine professionsbezogene Ausrichtung haben, die zur Bewältigung aktueller Herausforderungen im Bildungswesen beitragen.

Sie fördern und vermitteln Kompetenzen, die über einzelne fachliche Wissens- und Erfahrungsbestände hinausgehen bzw. fachliche wie personenbezogene Grundhaltungen betreffen. Damit sollen Befunde der Wissenschaft und Bedarfe in Schule und Kita berücksichtigt und der Austausch zwischen wissenschaftlicher Theorie und praktischer Anwendung ermöglicht werden.

Die Seminare sind folgenden Inhaltsfeldern zugeordnet und ermöglichen eine curriculare Entfaltung.

1. Starke Persönlichkeit (pädagogische Autorität)

„Hier bin ich“ - unsere pädagogische Autorität erwächst aus der Persönlichkeit. Im Sinne des Propheten Jesaja stellen wir uns mit der Berufung Gottes den Herausforderungen unserer Zeit (nach Jes 6,8). Dabei achten wir auf uns selbst und unsere Überzeugungen, die wir in Jesus Christus finden (nach 1.Tim 4,16; Joh 15,16). Spätestens seit der populären Studie von John Hattie ist es allgemein bekannt, wie entscheidend der Einfluss der Lehrkraft auf die Lernenden ist. Man kann als Pädagoge nicht nicht Einfluss nehmen. 

2. Gute Schule: Fokus Unterricht (pädagogischer Inhalt)

„Erforscht alle Dinge“ - Wissen und Erkenntnis zu erlangen, gehört zu den großen Sehnsüchten der Menschheit und stärken den Glauben an den lebenden Gott. Bildung befähigt Menschen dazu, sich als Personen mit Verantwortung  für sich selbst und andere Menschen und Gott gegenüber zu verstehen und zu verhalten. Der christliche Glaube traut solche Bildung allen Menschen zu, weil er davon ausgeht, dass alle von ihrem Schöpfer auf solche Bildung hin angelegt sind. Bildung ist, so gesehen, ein Weg zur Förderung der Person.

Der Glaube ist eine Gabe Gottes in uns, Licht in der Dunkelheit zu suchen. So zeichnet der Glaube Landkarten des Lebens und weist Wege auf, die von Forschung und Wissenschaft ergründet werden können. Da in Christus alle "Schätze der Weisheit" zu finden sind, ist die Weisheit Christi "erhabener" (so Justin der Märtyrer) als alternative Entwürfe von Weisheit (nach 1.Kor 2,7-10.12; Kol 2,3).

So stellen wir uns an einer christlichen Schule bzw. Kita immer wieder die Frage, wie wir die Unterrichtsinhalte in einen Dialog mit dem christlichen Bekenntnis bringen können.

3. Gute Schule: Fokus Schulgemeinschaft (pädagogisches Handeln)

„Gedanken des Friedens“ - in der Schulgemeinschaft treffen unterschiedliche theologische, kulturelle und ethnische Traditionen zusammen, die sich auf eine Art "Grammatik der Gemeinschaft" verständigt haben und verbindlich eine Kultur des Frieden leben wollen. Der Kirchenvater Augustinus lehrte in De civitate Dei, dass der Frieden der Zustand sei, auf den nach Gottes Willen zielhaft alles hingeordnet ist: vom physischen Gesamtzustand des Leibes, über den Frieden in der Seele, den Frieden in der Natur bis zum Frieden in Gott.

Unsere "Grammatik der Gemeinschaft" erhält ihre Struktur anhand von 12 Werten, auf wir uns als Schulgemeinschaft verständigt haben: Gottvertrauen, Gemeinschaft, Dankbarkeit, Selbstannahme, Ehrlichkeit, Vergebungsbereitschaft, Respekt, Gerechtigkeit, Dienen, Verantwortung, Kreativität und Fleiß (nach Jer 29,11, Phil 2,2-11; Gal 5,22f.).

4. Gute Schule: Fokus Leiterschaft (personale und organisatorische Entwicklung)

„Hirte der Herde“ -

Zugesprochene Autorität und Handlungsmacht sind kein Selbstzweck, sondern stehen im Dienst der Gemeinschaft als notwendige und zweckmäßige Führungselemente. Sie dienen nicht Eigeninteressen, sondern dem Wachstum der Einzelnen und der Gemeinschaft als Ganzes.

Als Lehrer und Erzieher übernehmen wir Leitungsfunktionen und behalten den geistlichen Weg der Gemeinschaft im Blick, nehmen Problemlagen und Konfliktfelder wahr, suchen Gespräche und treffen Entscheidungen (nach 1. Sam 17,34-36; 1.Kor 15,57f.; 1.Petr 2,25; 5,3).

5. Gott und Gesellschaft (christliche Weltdeutung)

„Salz der Erde“ - Bildung und bildungspolitisches Handeln sind etwas Vordergründiges. Da sie oft der Schwerkraft dieser Welt unterliegen, benötigen sie ein dahinterliegendes Koordinatensystem. Unser Weltbild ist eine in uns verankerte Orientierung, ein Fenster, durch das wir die Welt wahrnehmen und deuten. Als christliche Gemeinschaft finden wir den Fixpunkt unserer Koordinaten in Gott und fungieren als Botschafter des der Welt zugewandten Gottes, um "als Salz und Licht" einen Mehrwert zu leisten (nach Mt 5,13).


STARTmodul

Das STARTmodul (insgesamt zweitägig) führt neue Lehrkräfte und Mitarbeiter in die Arbeit an einer christlichen Schule ein. Themen:

  • "Starke Persönlichkeit": Der Dienst an einer christlichen Schule - geistlich gesund bleiben
  • "Gute Schule - Fokus Unterricht": Was dürfen und müssen Bekenntnisschulen nach dem Grundgesetz leisten? und Durch biblisches Denken geprägter Unterricht
  • "Gute Schule - Fokus Schulgemeinschaft": Schulkultur unserer christlichen Schule
  • "Gute Schule - Fokus Leiterschaft": Lernen von Jesus als Lehrer
  • "Gott und Gesellschaft": Christliche Schule im Spannungsfeld zwischen Familie und Gesellschaft

Koordinator des STARTmoduls: Arnold Driediger

Die Teilnahme ist für neue Lehrer obligatorisch.

GRUNDmodule

Die GRUNDmodule (jeweils eintägige Seminare) vermitteln grundständige Inhalte für die Arbeit an einer christlichen Schule. Diese GRUNDmodule sind in den ersten sechs Dienstjahren zu belegen.

  • "Starke Persönlichkeit": Resilienz im Lehrerberuf - professioneller Umgang mit Stress (G1-Seminar)
  • "Gute Schule - Fokus Unterricht": Biblische Integration bei der Entfaltung der Lerninhalte (G2-Seminar)
  • "Gute Schule - Fokus Schulgemeinschaft": Charakterbildung bei jungen Menschen nachhaltig begünstigen (G3-Seminar)
  • "Gute Schule - Fokus Leiterschaft": Hingabe und Strategie - Leiten lernen von Nehemia (G4-Seminar)
  • "Gott und Gesellschaft": "Roter Faden" durch die Bibel - Gottes Geschichte mit dem Menschen (G5-Seminar)
WAHLmodule

Die WAHLmodule (jeweils eintägige Seminare) geben Impulse für den pädagogischen Alltag. Die Seminare werden von internen und externen Referenten gehalten und vermitteln Inhalte aus der Theologie, Pädagogik, Soziologie und Psychologie.

AHF-Exkursionen

Exkursionen sind ein fester Bestandteil unseres jährlichen Seminarangebots und ermöglichen Lernen an einem anderen Ort. Lehrer und Mitarbeiter erleben eine mehrtägige Tour zu wichtigen Orten der Kirchen- und Geistesgeschichte.

  • Halle an der Saale (Leben und Wirken von August Hermann Francke)
  • Wittenberg / Leipzig (Reformation und das reformatorische Vermächtnis in der Musikkultur)
  • Hamburg (Diakonie und "innere Mission")
  • Dresden / Herrnhut (Christsein in der DDR, Leben und Wirken von Nikolaus von Zinzendorf)
  • Amsterdam / Witmarsum / Gouda (Täufergeschichte und mennonitsches Leben)

Ansprechpartner

Heinrich Wiens
Tel.: 05231 9216912
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Anschrift

AHF-Akademie
Georgstr. 24
32756 Detmold




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