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Schule mal anders - Erster Projekttag überzeugt

Die letzte Schulwoche wurde in diesem Jahr durch ein besonderes Highlight eingeläutet: einen Projekttag, den es in dieser Form noch nie am Gymnasium gegeben hat. Das Motto war Gemeinschaft, sodass der Schwerpunkt darauf lag, stufen- und klassenübergreifend Zeit miteinander zu verbringen und gemeinsam zu lernen. Die Schüler konnten im Vorfeld nach ihren Interessen ein Projekt wählen, das von den Lehrkräften nach ihren Begabungen angeboten wurde. So stand ein vielfältiges Angebot zur Auswahl, das von kreativen Angeboten wie bspw. Weidekörbe flechten, Aquarelle malen, sportlichen Angeboten, wie Fußballgolf, Biathlon, Bungeerun, sozialen Projekten in Form von Vorlesen in der Kita und Singen im Altenheim, bis hin zu kulinarisch-kulturellen Angeboten, wie bspw. französisch kochen, reichte.

Die Schülerinnen und Schüler haben einige neue Fähigkeiten und Perspektiven entdeckt und konnten ihre Mitschüler und Lehrer in einer lockeren Atmosphäre noch besser kennenlernen. So mancher hat auch ein neues Hobby für sich gefunden, sodass es für alle ein erfolgreicher und bereichernder Tag war.  

Schüler der 8. Klasse setzen sich mit der Unterdrückung von Minderheiten auseinander

 

Unter der Leitung von Sarah Kruse und Akke van Ommeren besuchten 28 Schüler und Schülerinnen des niederländischen Van-Lodenstein-College die Klasse 8F des Detmolder August-Hermann-Francke Gymnasium, um gemeinsam über den Umgang mit Minderheiten und deren Verfolgung zu lernen. Eine Station stellte der Besuch des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte dar.  Hier machen die Schülerinnen und Schüler eine Rally durch das gesamte Museum. Dabei wurde ihnen vor Augen geführt, wie die deutschen Minderheiten in der Sowjetunion verfolgt und unterdrückt wurden. Um die Geschichte dabei greifbarer zu machen, wurde der Zeitzeuge Johannes Dyck interviewt. Er schilderte die Gewalterfahrungen in der Zeit der Unterdrückung und berichtet davon, wie er und sein Umfeld mit Verfolgung und Repressalien umgegangen sind.

Die Schüler stellen sich der Thematik auch, indem sie Bilder von bspw. Johannes Gräfenstein und Ernst Dück analysierten, die im Vorfeld zum Thema passend ausgesucht wurden. Sie stellten ihre Ergebnisse anschließend im Plenum vor und hatten so die Möglichkeit, sich auf die künstlerische Auseinandersetzung mit der Thematik einzulassen.

Nachdem die Schüler einen Einblick in die Mechanismen der Verfolgung von Minderheiten in der Vergangenheit bekommen haben, richtete sich der Blick der Schüler auf Unterdrückung und Verfolgung in der Gegenwart. Die Organisation Open Doors, die sich für verfolgte Christen weltweit einsetzt und auf ihr Schicksal aufmerksam macht, wurde durch einen Referenten vertreten, der den Schülern zeigte, der die Arbeit von Open Doors vorstellte sowie aufzeigte, in welchen Ländern christliche Minderheiten besonders gefährdet sind und wie man sich für diese Minderheiten stark machen kann. Das konnten die Zuhörer im Anschluss an den Vortrag sofort praktisch tun: So schrieben sie bspw. Briefe an politische Vertreter, in denen sie dringend darum baten, den Betroffenen Hilfe zukommen zu lassen, oder setzen sich mit einem Land ihrer Wahl auseinander, um noch mehr darüber zu erfahren. Zuletzt bekamen die Schüler die Möglichkeit, Ermutigungsbriefe an Kinder aus einem kolumbianischen Kinderheim zu schreiben.

Neben dem thematischen Input gab es auch viel Zeit für Gespräche. Die Schüler der beiden Länder ließen den Tag immer mit einem gemeinsamen Essen ausklingen und Aktivitäten, wie Stadtrallys, ließen Raum, um Eindrücke zu besprechen und zu verarbeiten.

 

 

 

 

Sport verbindet – Völkerballturnier der fünften Klassen

 

Die fünften Klassen konnten sich am 27. Februar in einem sportlichen Turnier messen und dabei auch ihr Zusammengehörigkeitsgefühl und ihren Sinn für Fairness stärken. Es galt, beim Völkerballturnier Geschicklichkeit und Schnelligkeit unter Beweis zu stellen, wobei letztlich auch die Kommunikation untereinander den entscheidenden Unterschied machen konnte.

Gewonnen hat das Turnier die 5G, die sich über den Sieg sehr freute. Ob zu dem tollen Ergebnis auch das stimmgewaltige Anfeuern der Mitschüler führte, die gerade nicht selbst ein Spiel hatten, kann zwar nicht eindeutig geklärt werden, dennoch beeindruckte die 5G auch durch ihre Motivation.

Streicherensemble im Düsseldorfer Landtag

Schüler gestalten musikalisches Programm bei einer Ausstellungseröffnung im Landtag NRW


„Völker entsagt dem Hass – versöhnt Euch! Dient dem Frieden in Freiheit – Baut Brücken zueinander!“ Mit diesem Leitspruch des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte begrüßte Landtagspräsident André Kuper die Gäste bei der Eröffnung der Kunstausstellung „Mitgebracht“ im Foyer des Düsseldorfer Landtags, bei der Musiker des August-Hermann-Francke-Gymnasiums Detmold unter der Leitung des Musiklehrers Johann Penner das musikalische Programm übernahmen. Mit dem Verweis auf das Zitat formulierte Kuper einerseits einen Rahmen für die Veranstaltung und andererseits ein Ziel für jede zivilgesellschaftliche Arbeit im bunten Deutschland. Dieses sei wahre menschliche Größe, wenn trotz aller Unterschiedlichkeiten und allen Konflikten zum Trotz Versöhnung und Frieden angestrebt werden. „Dabei denken wir auch an ein dunkles Kapitel, das tiefste Spuren auf dem Leidensweg der Russlanddeutschen hinterlassen hat: Eine ganze Bevölkerungsgruppe wurde allein aufgrund ihrer deutschen Herkunft staatlichen Repressionen und einer gesellschaftlichen Ächtung ausgesetzt, nicht nur während des Krieges, sondern über Jahrzehnte: Massendeportationen, Zwangsarbeit in Todeslagern, ein Leben unter Sonderaufsicht in ausgewiesenen Siedlungsgebieten“, so Kuper. 

Im Düsseldorfer Landtag findet zurzeit eine Ausstellung des Fotografen Eugen Litwinow und des Künstlers Nikolaus Rode statt, unter den Titel „„Mitgebracht. Eugen Litwinow – Nikolaus Rode. Erfahrungswelten russlanddeutscher Künstler“. Die Kunstwerke der Ausstellung geben einen Einblick in die Herkunft, Namen und Identitäten Deutscher aus Russland. Zu der Eröffnung der Ausstellung waren auch Schüler des AHF-Gymnasiums eingeladen, um an der Ausstellung teilzunehmen und diese mit Musik zu begleiten. Mit sowohl klassischen Werken wie auch kirchlichen Chorälen trugen sie zu einem sehr geschätzten emotionalen Ausgleich zu den Wortbeiträgen im Programm bei. An der Eröffnungsveranstaltung nahmen mit Grußworten neben dem Landtagspräsidenten auch der Parlamentarischen Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft Klaus Kaiser teil, der Landesbeauftragter für Aussiedler Heiko Hendriks, sowie der Direktor der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Hauses – Deutsch-osteuropäisches Forum Prof. Dr. Winfrid Halder und der Landesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. in NRW Dietmar Schulmeister. Die Kunstausstellung von Rode erinnert an die Zeit der Sowjetdiktatur, als eine ganze Bevölkerungsgruppe aufgrund ihrer deutschen Herkunft und weltanschaulichen Überzeugungen staatlichen Repressionen und gesellschaftlicher Ächtung ausgesetzt war. Die Fotoausstellung „Mein Name ist Eugen“ soll konkrete Einblicke in das Leben junger Russlanddeutscher ermöglichen und dokumentiert zugleich Chancen und Herausforderungen des Aufwachsens in einer neuen, wenn auch teils vertrauten Kultur.

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland NRW, der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus/Deutsch-osteuropäisches Forum und dem Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte Detmold, die durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurde.

Studie: Christus als "Lehrer ihres Lebens"

Ausgangspunkt der Studie 

„Sein heilsgeschichtliches Ziel erhält der Unterricht insbesondere durch die Lehrerpersönlichkeit und den entsprechenden Lehrerhabitus. Lehrerpersönlichkeit und Lehrerhabitus werden in diesem Zusammenhang zusätzlich als die eines „Konversionsagenten“ bzw. eines „Konversionsbegleiters“ genauer bestimmt.“ (Roser 2017 - Schöpfungswissenschaft an evangelikalen Bekenntnisschulen) 

 

Fazit 

Im Spiegel der Ergebnisse lassen sich fünf grundlegende Aspekte spiritueller Identitätsperformanzen in der Gegenwart zuspitzen, die für alle Akteurinnen und Akteure auch über den Kontext der August-Hermann-Francke Schulen in Lippe, als spezielle Brand freier christlicher Ersatzschulen, hinaus, insbesondere für Kirche und Diakonie, weitere etablierte und neu entstehende »Brandings of Faith«, sowie in Teilen auch für staatliche Ordnungsinstanzen relevant sind:

Diese Aspekte betreffen die ambivalenten Dynamiken zwischen

 

  1. In »Brandings of Faith« festgelegten Bekenntnissen zu individuellen Credos
    • Gemeinsames Bekenntnis von Lehrern, Eltern und Schülern sowie davon ausgehender Segen Gottes als Grundlage des Erfolgs

"Theologisch-heilsgeschichtlich ist in evangelikaler Perspektive das Bekenntnis insbesondere zum Wort Gottes als überzeitliche, ewige Richtschur des Alltags die Basis für die Deutung der Prosperität der Schulen durch Gottes Segen. Mit diesem Gründungsnarrativ verbinden die Lehrkräfte ihre eigene Biographie und begreifen sich als Teil einer gottgesegneten, weltweiten evangelikalen Spiritualität." (S. 104)

 

"Die interviewten Lehrerinnen und Lehrer zeigen in ihren Selbstdarstellungen durchgängig, dass sie diesen Auftrag verstanden haben und keine Zweifel daran aufkommen lassen wollen, dass ihr persönliches Glaubensbekenntnis deckungsgleich mit dem Credo und Wertekanon der Marke AHF-Schulen bzw. der Evangelischen Allianz ist. Sie gestalten die von ihnen geforderte Verbindung von Glaubens- und Werteerziehung allein und als Kollegium facettenreich. Da sie nicht allein mit Worten agieren (können), weil die explizite Verkündigung des Glaubens stets mit dem Überwältigungsverbot von Schülerinnen und Schülern in Spannung gerät und – wichtiger noch – im Sinne des Markeninteresses der Schule zweitrangig ist, nutzen sie umso mehr Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche, Eltern und ihre Kolleginnen und Kollegen durch transparente Darstellung ihrer eigenen frommen Persönlichkeit punktuell nonverbal, aber »allezeit auskunftsbereit« zu inspirieren." (S. 104)

 

  • Betonung auf Lebendigkeit und Freiheit des evangelischen Geistes —> totalitäre Ansprüche auf Arbeitnehmer dürfen nicht auftreten; Grenzen der möglichen Abweichung müssen dennoch klar formuliert sein

 

"Wie viel Kompromissbereitschaft müssen alle Beteiligten mitbringen, damit für die Einzelnen ein lebendiges Aushandeln zwischen eigener Weltanschauung und fixiertem kollektivem Glaubens- und Wertekonsens möglich bleibt und sie nicht dazu gezwungen sind, »ein für allemal«, äußere Programme vollständig zu verinnerlichen, fundamentalistisch zu vertreten oder dies gar »vorzuheucheln«?" (S. 105)

 

"Je breiter der Raum an möglichen Differenzen zwischen persönlichem Glauben samt Wertvorstellungen und denjenigen der arbeitgebenden Marke ist, desto mehr können Arbeitnehmende dazu ermutigt werden, in der Arbeit an ihrem eigenen Credo im Glaubenslebenslauf fortzufahren, was wiederum zu mehr Authentizität

und weniger formel- und masken- bzw. musterhaftem Auftreten beitragen kann." (S. 106)

 

  1. Vorder- und Hinterbühnen der alltäglichen Darbietungen spiritueller Identitätsperformanzen / Selbstinszenierung
    • Glaube ist darf keine Privatsache sein —> geistliche Gemeinschaftserlebnisse werden erwartet
      • Interviewte betonen, dass sie sich nicht gezwungen fühlen, sondern diese Erfahrungen wertschätzen und genießen
      • Gefahr: Missbrauch durch Manipulation (vgl. S. 108)

"Im Kontext der Alltagsinszenierung an den AHF-Schulen wird erwartet, dass die Lehrerinnen und Lehrer ihr frommes Selbstbewusstsein auf den schulinternen Vorderbühnen, insbesondere in den Andachten und in Einzel- aber auch Klassengesprächen, mitteilen und darstellen und somit ihre »lebendige Beziehung zu Jesus« nicht als »Privatangelegenheit auf Hinterbühnen« verbergen." (S. 106)

 

"Eine generelle Verpflichtung zu solcher Darbietung persönlicher Christus-bzw. Gotteserfahrungen in regelmäßigen Andachten, ist aus religionspsychologischer Hinsicht als auffällig einzustufen, wird hier doch ggf. schutzbedürftiges Hinterbühnen-Spiel durch Arbeitsverpflichtung auf Vorderbühnen gezerrt... Doch die meisten betonen, dass sie die Offenheit untereinander ausdrücklich genießen, besonders auch im Blick auf die persönlichen Nöte und Schwächen, einschließlich des Wissens um die Fehlerhaftigkeit der eigenen Person und die »wunderbaren Gottes- und Gebetserhörungserfahrungen «, die jeder und jede auf seine bzw. ihre Weise habe." (S. 107)

"Für eine salutogenetische Begleitung von Arbeitnehmenden im religiösen Feld ist auf Maßnahmen zu achten, die verhindern, dass die Einzelnen genötigt werden, mehr von sich preis zu geben, als ihnen guttut. Dabei steigt der Bedarf an  (geistlicher) Begleitung religiöser Berufe in Aus-, Fort- und Weiterbildung, in systemischer Begleitung und Supervision, in der solche  Unterscheidungen von Vorder- und Hinterbühnen, Rollen- und Selbstentäußerungen und die Fähigkeiten Grenzen zu ziehen, reflektiert werden können." (S. 108)

Fußnote: Salutogenese wendet sich der Erforschung der Prozesse zu, die Gesundheit erhalten und fördern.

 

  1. Abgrenzung und Offenheit zu anderen Weltanschauungen in der zunehmenden Fragmentierung der Gesellschaft / Identitätsinszenierung
    • Abgrenzung von anderen Weltanschauungen vs. Schutz vor Spaltung und Frontenbildung in der Gesellschaft; persönliche Positionierung statt elitärer Absonderung, aber die freie Glaubens- und Meinungsentwicklung der Schüler wird betont

 

"Die Lehrerinnen und Lehrer artikulieren, dass sie sich bemühen, dass die Kinder und Jugendlichen an ihrem Beispiel erkennen, dass das Bekennen und Durchhalten einer profilierten Werte- und Glaubenshaltung wichtig ist und zum persönlichen Lebenserfolg beiträgt. Sie stehen dabei für eine gefestigte Position, die ein »Wir« repräsentiert, das sich von »den Anderen«, insbesondere atheistischen, agnostischen und liberalen Überzeugungen abgrenzt und auch davor bewahren soll, insgesamt eine – aus ihrer Sicht – allzu flexible, jeweils thematisch ad hoc bezogene Welteinstellung bzw. agile Selbstpositionierung in einer pluralen Gesellschaft einzunehmen." (S.108-109)

"Grundhaltung des gemeinsamen Lernens in der Schule, die für das erfolgreiche Leben vorbereiten soll, ist das gemeinsame, bekenntniskonforme »Wir« der Gläubigen, die mit »Jesus im Bund stehen«, im Kontrast zur gottvergessenen Welt." (S. 109)

"Die Lehrerinnen und Lehrer wünschen sich, »dass der Funke übergesprungen ist« und dass die Schülerinnen und Schüler mit ihnen existentiell in diesem »Wir« verbunden bleiben als erfolgreiche herzensvernunftgebildete Menschen, die jedes Ereignis und jede Herausforderung »mit Jesus« meistern." (S.109)

"Spirituelle Identitätsperformerinnen und -performer sind für durch sie drohende Überwältigung mittels »Wir«-Idealisierungen und Machtmissbrauch zu sensibilisieren." (S. 110)

"Dies muss in Aus-, Fort- und Weiterbildung eingeübt werden, indem nicht nur die Stärken der eigenen Brand und die Schwächen der anderen betrachtet werden, sondern auch die Schwächen der Eigenen und die Stärken der anderen Weltanschauungen, Organisationen und Institutionen. Auf solche prinzipielle Offenheit und Bejahung der Pluralität im religiösen Feld sind schließlich nicht zuletzt die »Brandings of Faith« selbst wieder angewiesen." (S. 110)

 

  1. Selbstinszenierung und Außensteuerung der Individuen in der Pluralisierung der »Brandings of Faith« mit nicht zuletzt auch religionsverfassungsrechtlichen Implikationen / Selbst- und Fremdbestimmung
    • Wichtig für die Schule: religionsverfassungsrechtlicher Schutz und wohlwollendes Ansehen beim Staat
    • Verfasser warnt vor „Missbrauch des Brandings“, da Themen wie Gender und Homosexualität mithilfe des Bekenntnisses negativ interpretiert und damit antifreiheitliche Gesinnungen verbreitet werden (vgl. S. 111)

 

"Am Beispiel der August-Hermann-Francke Schulen in Lippe betrachteten wir »Brandings of Faith«, die religionsverfassungsrechtliche Freiheitsbestimmungen zur Errichtung von freien Bekenntnisschulen nutzen und dadurch die Vielfalt der weltanschaulich gebundenen Bildungsangebote vergrößern. Dies impliziert zahlreiche religionsverfassungsrechtliche Fragen." (S. 110)

"Insgesamt wurde deutlich, dass es für derartige Brandings of Faith entscheidend ist, religionsverfassungsrechtlich geschützt und von Seiten des Staates wohlwollend betrachtet zu werden. Zugleich kombinieren die evangelikalen Schulen mit ihrem Bekenntnis einen spezifischen Wertekanon, so dass die kulturelle Prägekraft des Glaubens gelebt werden kann. Bei den 12 von den AHF-Schulen herausgestellten Werten mischen sich religiöse Haltungen wie »Gottvertrauen « mit zwischenmenschlichen »Tugenden« wie Ehrlichkeit, Fleiß und Selbstannahme. Letztere wird durch bekenntniskonforme, harmatiologische Denkfiguren über die grundsätzliche Verlorenheit des Menschen an die Sünde so konnotiert, dass eine umfassende Kritik nicht nur an individuellen, sondern auch an pluralen, gesellschaftlichen Rollenbildern vermittelt werden kann. Diese Kritik wird dann mithilfe des Bekenntnisses religiös weiter begründbar, z. B. indem von Gottes Schöpfungsordnung, seiner angeblichen Verachtung von Homosexualität oder seiner angeblichen Fixierung von Geschlechterrollen gesprochen wird, so dass das religiöse Bekenntnis auch zum Einfallstor antifreiheitlicher Gesinnung werden kann." (S.111)

 

"Dies ist von den Verantwortlichen jedweder Ersatzschulen, jedes »Branding of Faith« und von staatlicher Seite selbst fortwährend kritisch zu begleiten, damit das Auseinanderdriften der Gesellschaft in unvereinbare Parallelwelten verhindert oder wenigstens moderiert werden kann." (S.111)

 

"Aus-, Fort- und Weiterbildung im gesamten religiösen Feld, in allen Brands, Organisationen, Institutionen etc., müssen entsprechend dabei unterstützten, dass Arbeitssubjekte durch Anleitung zur Informationsbeschaffung kritisch überprüfen und entscheiden können, »vor welchen Karren« an niemals unpolitischen Werten sie sich mit ihrer spirituellen Identitätsperformanz ggf. »spannen lassen«." (S. 111-112)

 

  1. traditionellen und gruppengemeinschaftlich anverwandelten Glaubensimaginationen in Ritualen als Ressourcen der christlichen Kulturpraxis für spirituelle Identitätsperformanzen
    • Tägliche Andachten als Schlüsselritual und Säule der Schulkultur
    • Jesus als Lehrer des Lebens

"In den AHF-Schulen werden vielfach die täglichen Andachten als das profilierende Schlüsselritual der Einrichtungen beschrieben. Diese dienen zur kollektiven Christus-Realisierung durch serielle Tätigkeit." (S.112)

"Alle Lehrerinnen und Lehrer formulierten, dass ihnen durch das gemeinsame geistliche Leben im Schulalltag Jesus selbst als vitale Imagination vor Augen stehe: Sie sehen ihn vor sich als denjenigen, der bei und in den Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften, der Schulleitung und allen Mitarbeitenden anwesend sei. Dabei trägt er Züge eines Rabbis, eines Lebens-Lehrers, der immer danach gefragt werden kann und will, was er in spezifischen Situationen sagen und tun würde. Aus dieser Jesus-Imagination – so betonen die Lehrkräfte – ziehen sie fortwährend Kraft und Ermutigung. Sie erleben sich selbst in seinem lebenslangen Unterricht, zehren von seiner Didaktik und nehmen sich ihn zum Vorbild. Sie verstehen sich als Mitglieder einer lebenslangen Lerngemeinschaft, in der alle auf göttliche Wegweisung und Erziehung angewiesen bleiben. Auf diese pädagogisch-theologische Imagination der Lebensschule Jesu schwingen sich die Lehrerinnen und Lehrer in ihren gemeinsamen Andachten als Kollegium, mit den Schülerinnen und Schülern und in allgemeinen Schulgottesdiensten ein. Das Ritual ist – so geschichtsträchtig das Format »Andacht« sein mag – für sie nicht historisch verstaubt, sondern höchst lebendig." (S.113)

"Dies lässt über den Kontext der AHF-Schulen hinaus fragen: Was sind passende Rituale für spirituelle Identitätsperformanzen im 21. Jahrhundert? (S. 130) Welche geistlichen Imaginationen, welche Gottes- und Jesus-Bilder sollen und können sie etablieren, so dass sie den Individuen in den Belastungen ihrer Tätigkeit einleuchten und sie aus diesen heraus Bestärkung erfahren und etwas vom geistlichen Innern nach außen abstrahlen können?" (S. 113)

 "Als Quellen für christliche Imaginationen spiritueller Identitätsperformanzen, die in rituellen Formen Ausstrahlung gewinnen können, bieten sich biblische und kirchengeschichtliche, Texte, Artefakte, Liturgien und viele weitere Gestalten der Glaubenspraxis an. Aus theologischer Perspektive ist dabei grundsätzlich für einen historisch-kritischen, kontextualisierenden Umgang besonders mit den biblischen Texten zu werben und eine Hermeneutik zu fördern, die den Imaginationen des Alten und Neuen Testamentes nicht durch biblizistische ahistorische Über- und Eintragungen die Kraft raubt, sondern sie vielmehr durch theologische Reflexionsarbeit zu vertiefen vermag und zugleich die historische Situation der heutigen spirituellen Identitätsperformerinnen und -performer ernst nimmt. Gegenwärtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können und sollen nicht »einfach wie Petrus Jesus nachfolgen«, oder gar unter Missachtung der eigenen kulturellen Gegebenheiten, z. B. der Gleichberechtigung von Mann und Frau, oder der Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt, angeblich »biblische Rollenbilder« ohne historisch-kritische Reflexion repetieren." (S. 113-114)

Die Lehrerinnen und Lehrer der AHF-Schulen haben durch ihre gemeinsame Christus-Imagination als Lehrer ihres Lebens, der in der Schule »mit dabei ist« eine für sie identitätsstiftende und stabilisierende Vorstellung etabliert, die flankiert ist von vielen weiteren Bildern voller Nähe zwischen ihnen und Jesus als Freund, Ansprechpartner, Seelsorger, Bruder. Wie hoch das Bedürfnis nach eigenen in den Arbeitskontext so intensiv eingebetteten gemeinsamen Glaubens-Imaginationen in verschiedenen »Brandings of Faith« sein mag, ist jeweils mit den Menschen, die dort zusammenarbeiten, zu erkunden." (S. 114)

Tagebuch einer Romfahrt

Samstag: Los geht's! 

 

Früh morgens (10 Uhr) am Samstag hieß es: Rucksack schultern, im Bus Platz nehmen und ab nach Rom! Voller Vorfreude und vielleicht auch mit ein wenig Müdigkeit starteten wir unsere Reise in Richtung der ewigen Stadt. 

 

Sonntag: Ankunft in Rom 

 

Nach einer langen, aber irgendwie doch aufregenden Fahrt kamen wir am frühen Sonntagmorgen in Rom an. Direkt vom Bus aus ging es mit der Metro zum Hotel – aber der Check-In? Der ließ auf sich warten! Drei Stunden Freizeit lagen vor uns, die wir genutzt haben, um auf eigene Faust erste Eindrücke von der Stadt zu sammeln. Wer hätte gedacht, dass man in so kurzer Zeit schon so viel entdecken kann? 

Nachdem wir endlich einchecken durften, war erst mal Ausruhen angesagt. Aber nicht zu lange, denn dann stand das erste gemeinsame Kennenlernen der Stadt auf dem Programm. Der Abend endete mit einer gemeinsamen Andacht und dem Highlight des Tages: Einem Besuch in eier berühmten Eisdiele mit unglaublichen 150 Sorten! Von Avocado bis hin zu Kiwi – wir haben alles probiert. 

 

 

Montag: Stadtführung und Abenteuerwetter 

 

Am Montag starteten wir den Tag mit einer Stadtführung, begleitet von unserem Guide Silvio, der uns mit einer Menge Wissen versorgte. Höhepunkt: die Besichtigung des Kolosseums von innen! Was für ein beeindruckender Bau! Doch kaum hatten wir das Kolosseum verlassen, kam der Regen – und das nicht zu knapp! Innerhalb von Minuten waren wir alle pitschnass, aber die gute Laune ließen wir uns davon nicht verderben. 

Am Abend trafen wir uns zum gemeinsamen Pizzaessen – sehr passend nach einem Tag voller Römer-Erlebnisse. 

Und auf dem Weg dahin? Da haben wir doch glatt eine Pyramide gesehen! Ja, eine echte Pyramide. Wer hätte das gedacht? 

 

Dienstag: Vatikanstadt und verlorene Handys 

 

Der Dienstag führte uns in den Vatikanstaat. Wir besichtigten die Vatikanischen Museen und waren beeindruckt von den kunstvollen Schätzen, die sich dort befinden. Nach einem anstrengenden, aber inspirierenden Tag machten wir noch einen gemeinsamen Abschluss im Park nahe unserem Hotel. 

Doch der Abend hielt noch eine kleine Überraschung bereit: Eine Schülerin hatte plötzlich ihr Handy verloren! Panik machte sich breit. Wir durchsuchten den ganzen Park und fanden es schließlich – es war von einem Obdachlosen gestohlen worden, aber Gott sei Dank bekamen wir es zurück! 

 

Mittwoch: Andacht mit Aussicht und Katakomben-Erkundung 

 

Am Mittwoch starteten wir den Tag mit einer Andacht, die am Forum Romanum bei Sonnenaufgang stattfand. Das war wirklich ein besonderer Moment, denn während wir die Ruhe genossen, spürte man den Hauch der Geschichte um uns herum. Am Nachmittag ging es dann in die Katakomben – ein faszinierendes Labyrinth von 17 Kilometern Länge! Natürlich haben wir nicht alles gesehen, aber das, was wir sahen, war mehr als beeindruckend. 

Unser letzter Abend in Rom wurde am Pantheon verbracht – einem der beeindruckendsten Bauten der Stadt. Hier ließen wir unsere Reise ausklingen und genossen die letzten gemeinsamen Momente in Rom. 

 

Donnerstag: Heute heißt es Abschied nehmen 

 

Am Donnerstagmorgen hieß es dann: Koffer packen und zurück nach Detmold. Eine aufregende, erlebnisreiche und unvergessliche Reise lag hinter uns. 

Rom, du wirst uns fehlen – aber die Erinnerungen bleiben! 

 

Sophie, Nele & Emily 

 

 

Unser Tag im Museum

Im August waren wir mit unserer Klasse 9G zusammen mit Herrn Driediger und Frau Fitz im LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn. Wir fuhren alle gemeinsam mit dem Zug dorthin. (Dem Deutschlandticket sei Dank!) Vor dem Museumsbesuch hatten wir noch etwas Freizeit in Eigenregie in Paderborn, bevor wir uns zur Führung im Museum trafen. Die Führung wurde von einem Museumsführer geleitet, der uns sehr anschaulich viele Informationen vermittelte. Wir waren in einer Sonderausstellung, die an die Feierlichkeiten zum 1250-jährigen Jubiläum von Ost- und Westfalen erinnert.

In der Ausstellung ging es hauptsächlich um die Geschichte Westfalens. Ein großer Teil beschäftigte sich mit Karl dem Großen, weil er diese Zeit und die Entwicklung der Region sehr stark beeinflusst hat. Uns wurde erklärt, dass er ein Reisekaiser war, der mit seinem Gefolge durch das Reich zog und zeitweise auch in Paderborn in ebendieser Kaiserpfalz residierte. Außerdem hörten wir von seinen Auseinandersetzungen mit den Sachsen, die damals von Widukind angeführt wurden.

Wir sahen viele spannende Ausstellungsstücke, zum Beispiel alte Inschriften, Schmuck, bunte Glasfenster und verschiedene Gegenstände aus dem frühen Mittelalter. Besonders beeindruckend war auch ein goldener Schrein aus dem Jahr 836, in dem die Reliquien des heiligen Liborius, des Schutzpatrons von Paderborn, aufbewahrt werden. Außerdem durften wir Schwerter halten, z. B. ein Sax. Möglicherweise stammt der Name der Sachsen daher.

Insgesamt war die Führung interessant und abwechslungsreich, weil wir viele verschiedene Eindrücke aus unterschiedlichen Zeiten bekommen haben. Und auch die Zugfahrt sorgte für Spielgelegenheiten für viele von uns.

Lina Podsigun (bearbeitet)

Unsere Wertewochen

Am 25. Oktober 2021 starteten wir an allen unseren AHF-Kitas und -Schulen mit unseren Wertewochen. 12 Werte haben wir für uns definiert, die in unseren Einrichtungen gelebt und geprägt werden wollen: Gottvertrauen, Gemeinschaft, Dankbarkeit, Selbstannahme, Ehrlichkeit, Vergebungsbereitschaft, Respekt, Gerechtigkeit, Dienen, Verantwortung, Kreativität und Fleiß. Bis zum 28. Januar 2022 haben wir uns jede Woche einen Wert vorgenommen, den wir lernen und leben wollen.
In Form von Bannern, Plakaten, Wertekarten, Kalendern uvm. sind die 12 Werte schon seit einiger Zeit in unseren Einrichtungen bereits gut sichtbar, in einigen Kitas gibt es auch schon die „Monatswerte“ – jeden Monat wird ein Wert genauer unter die Lupe genommen.
In einem längeren Prozess sind im vergangenen Jahr Videoclips entstanden, die den jeweiligen Wert definieren und näher erläutern.
Während der Wertewochen wurde jede Woche ein Wert genauer beleuchtet. Dabei wurden Kinder, Schüler und Mitarbeiter immer wieder herausgefordert, über den jeweiligen Wert nachzudenken: Wie sieht Gottvertrauen aus? Was ist Gemeinschaft? Was bedeutet Selbstannahme?

WERTvolle Bildung ist unser Anliegen. Daher ist es uns wichtig, dass die 12 Werte nicht nur unsere Wände zieren, sondern von Mitarbeitern, Kindern und Schülern gelebt werden.
Unsere Wertewochen sind zwar abgeschlossen, aber leben möchten wir die Werte auch weiterhin. Alle Videoclips und Informationen zu den Werten findest Du hier: www.csv-lippe.de/werte

 

 

Unterricht im G-Trakt Georgstraße gestartet

Der Schulstart ist geschafft. Auch in der ehemaligen Grundschule in der Georgstraße ist einiges passiert. Unter anderem ist ein Verbindungstrakt entstanden und die Wände wurden neu gestrichen. Ist doch gut geworden, oder?

VEBS-Jubiläum: "Begegnung mit dem Evangelium"

Das Netzwerk von Konfessionsschulen in Deutschland, Verband evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) feierte im September sein 15-jähriges Bestehen – wobei die Zusammenarbeit in der Vorgänger-Arbeitsgemeinschaft (AEBS) bereits vor 40 Jahren begann. Zu diesem Anlass lud der Verband zum  Jubiläumskongress nach Halle in die Franckeschen Stiftungen ein, dem historischen Ort, an dem auch 2006 die Gründungsversammlung stattfand.

Die musikalische Rahmung der Jubiläumsfeier gestaltete das Ensemble unserer Schule unter anderem mit der berühmten Serenade „Eine kleine Nachtmusik“ von W.A. Mozart und dem Lied „Amazing Grace“, das von dem ersten Geiger Salomo Pries arrangiert worden ist. Die AHF-Schulen in Lippe sind als größte Schulfamilie (mit etwa 3.000 Schülern und 400 Kita-Kindern) Teil dieses großen Schulnetzwerkes in Deutschland, in dem sich aktuell 183 christliche Bekenntnisschulen und Kitas zusammengeschlossen haben. Prof. Stock, Generalsekretär des Verbands, präsentierte bei der Veranstaltung einen Blick in die Geschichte und Gegenwart der Verbandsarbeit. An 120 Standorten gibt es mehr als 3.000 Pädagogen, die für 35.000 Schüler und Kitakinder tätig sind. Vor 40 Jahren waren die Schulen umstritten (selbst bei Christen), fast auf sich selbst gestellt, mit wenig finanziellen Mitteln ausgestattet und spielten im Schulsystem kaum eine Rolle. Dann erfolgte ein Paradigmenwechsel und die partnerschaftliche Zusammenarbeit begann sich zu entfalten, die Schulen wurden effizienter, verantwortungsvoller, internationaler und blieben ihrem Bekenntnis treu. Heute dagegen werden die christlichen Bekenntnisschulen fast überall von den Bürgermeistern und Ministern gelobt, so wie auch die nordrhein-westfälische Ministerin für Schule und Bildung Yvonne Gebauer sie immer wieder gerne besucht und lobt. Das hängt auch damit zusammen, dass die Schulen durch die Zusammenarbeit im VEBS voneinander lernen und nicht alles
selbst erfinden müssen. So konnte etwa der Verband durchsetzen, dass bei den Zuschüssen für die digitale Ausstattung die christlichen Privatschulen nicht benachteiligt wurden. Mittlerweile gibt es in allen deutschen Großstädten (Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart) ebenfalls große Schwesternschulen. Es gibt aber auch neu gegründete Schulen mit nur etwa 10 Kindern in diesem ersten Schuljahr! Die Herausforderungen haben sich verändert, sind aber nach wie vor da. Die Sorgen um fachlich und geistlich qualifiziertes Personal, gläubige Eltern, unterstützende Ortsgemeinden, aber auch die Professionalisierung der Leitungsgremien stellen heute große Aufgaben dar.

In seiner Predigt warb Pfarrer Steffen Kern angesichts der Rückläufigkeit der christlichen Konfessionalität in der Gesellschaft in christlichen Kitas und Schulen dafür, junge Menschen für Jesus zu gewinnen. Kern ist Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands und Prediger bei „proChrist“. Die gegenwärtigen Trends wie radikale Individualisierung (woraus sich Einsamkeit und Fluidität ergeben), Pluralisierung und Digitalisierung lassen sich nach Kern sehr schön an Familienfotos ablesen: 30er Jahre – große Familie, 50er – Kleinfamilie vor Kleinwagen und Kleingarten, 70er Jahre – Patchworkfamilie mit größerem Auto, 90er – pluraler und migrantischer  Familienbegriff, aktuell – vorrangig Selfies. In diesen Zeiten müssen Einrichtungen beweglich sein und eine entsprechende Vorstellung von Bildung vorweisen. Sie sollten nicht Gefahr laufen, „Menschen nach eigenem Bild“ zu machen, sondern Gott schaffen zu lassen. So kann der Mensch werden, was er in Gott ist – geliebt und zur Verantwortung berufen. Gottes Wege eröffnen einen Raum der Würde und gehen über den Grabstein hinaus. Hierfür benötigt christliche Schule einen festen Standpunkt und weite Arme, sie geht respektvoll vor, bezeugt die Wahrheit ergebnisoffen aber nicht absichtslos, bleibt hierbei dankbar und gelassen. Sie gewährt somit Kindern und Jugendlichen Räume zur Begegnung und Auseinandersetzung mit dem Evangelium, erarbeitet immer wieder neu die Relevanz des Evangeliums für Einzelne und erhöht mit ihrer Arbeit die Glaubwürdigkeit des Evangeliums. So fördert sie das Leben in Freiheit, Glaube und Hoffnung.

 

Verabschiedung Winfried Hufen

„Latein bei Herrn Hufen“ war viele Jahre lang das Lieblingsfach zahlloser AHF-Schüler. 28 Jahre hat Winfried Hufen seinen Schülern die lateinische Sprache nahegebracht, außerdem Geschichte und Politik unterrichtet und nebenbei auch schon mal Deutsch - nun wurde er in den Ruhestand verabschiedet. In einer Feierstunde nahmen Kollegium und Schulträger Abschied und erinnerten an viele Begebenheiten, die zeigten, wie wichtig und prägend Herr Hufen in seiner offenen, freundlichen und humorvollen Art für unsere Schule gewesen ist. Den Aufbau des 2007 gegründeten Gymnasiums, das von einer Zwei- auf eine stabile Vierzügigkeit gewachsen ist, hat er als Koordinator verantwortet, zuletzt war er stellvertretender Schulleiter. Der Projektpräsentationstag und die Partnerschaft mit dem holländischen Van Lodenstein College waren ihm ein Herzensanliegen. Durch sein täglich überzeugend gelebtes Christsein, zahlreiche Predigten in Schulgottesdiensten und viele persönliche Begegnungen hat er unser Schulleben geprägt. Krankheitsbedingt musste er nun leider früher als geplant seine Lehrertätigkeit beenden. Wir wünschen ihm und seiner Ehefrau Susanne Gottes Segen und einen erfüllten Ruhestand.

Von Abschieden und Neuanfängen

Gleich sieben Lehrkräfte hat das Gymnasium in diesem Sommer verabschiedet. Für sie beginnt eine ganz neue Phase ihres Lebens, in die sie viele schöne Erinnerungen aus dem Schulleben mitnehmen. Auch wenn die Kollegen, Schulleitung und Vereinsvorsteher sich alle mit den frisch in den Ruhestand Verabschiedenden freuen, sind sich alle einig, dass die Lehrkräfte Lücken hinterlassen, die es zu füllen gilt. Ulrich Grün hat bspw. den Kanadaaustausch koordiniert und aufgebaut sowie viele der heute etablierten Erdkundeexkursionen ins Leben gerufen, Hartmut Begemann war, neben seiner Tätigkeit als Mathelehrer, u. A. als Oberstufenkoordinator für die Oberstufenschüler der Ansprechpartner und hat die Stundenpläne zurechtgeschneidert. Martina Hailu wird als Kunstlehrerin gerade im Oberstufenbereich fehlen, während die Englischfachkonferenz mit Birgit Fahl, Karin Gerner und Gundula Strelow drei ihrer erfahrenen und sehr geschätzten Kolleginnen verliert. Die Sprachen trifft es durch das Ausscheiden von Gudrun Gerstendorf aber gleich doppelt, die neben Geschichte auch Französisch unterrichtet hat.

Martina Hailu und Hartmut Begemann sind zudem die letzten beiden Lehrkräfte, die in den Ruhestand gehen und seit der Gründung der Schule dabei waren, die Aufbauarbeit geleistet und die Schule maßgeblich geprägt haben. Hartmut Begemann teilte so auch einige Erinnerungen bei seiner Ansprache, die deutlich machten, wie stark die Arbeit gewachsen ist und wie wichtig es war und ist, dass Verein und Lehrkräfte zusammenarbeiten und auch das Kollegium gemeinsame Werte und Ziele hat.

Von Führungspersönlichkeiten lernen – Fahrt nach Bonn und Düsseldorf

Als Leiterschaftsprojektkurs von Herr Wiens sind wir gemeinsam nach Bonn und Düsseldorf gefahren – diese Fahrt war alles andere als langweilig. Sie hat uns gezeigt, wie spannend Politik und Geschichte sein können. Wir haben nicht nur beeindruckende Orte besucht, sondern auch viel über Menschen gelernt, die unser Land und ihre Geschichte geprägt haben.

In Düsseldorf bekamen wir einen Einblick in die Welt der Politik. Besonders spannend war unsere Begegnung mit dem Landtagspräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Herrn André Kuper. Wir durften an einem Tisch mit ihm sitzen und ihm Fragen stellen. Er berichtete uns, wie politische Prozesse ablaufen, welche Herausforderungen es gibt und warum es so wichtig ist, dass junge Menschen sich für Demokratie interessieren. Es war beeindruckend zu sehen, wie viel Verantwortung Herr Kuper trägt und wie jede Entscheidung den Alltag der Menschen in NRW beeinflusst. Wir durften sogar Teil einer Plenarsitzung sein. Dort konnten wir erleben, wie Gesetze entstehen und wie viele Diskussionen und Abstimmungen nötig sind, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Schnell wurde uns klar: Politik ist viel mehr als trockene chaotische Theorie, sie bestimmt unsere Zukunft.

Ein weiteres Highlight war unser Besuch in Bonn, der ehemaligen Hauptstadt Deutschlands. Dort haben wir uns intensiv mit Konrad Adenauer, dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik, beschäftigt. Es war unglaublich spannend, mehr über ihn zu erfahren, vor allem, weil seine Stärke und sein Glaube in schwierigen Zeiten so beeindruckend waren. Trotz der vielen Herausforderungen, denen er sich stellen musste, zeigte Adenauer eine bemerkenswerte Entschlossenheit. Es war faszinierend zu erkennen, welchen enormen Einfluss eine einzelne Person auf die Geschichte eines Landes haben kann. Die Fahrt war nicht nur lehrreich, sondern auch inspirierend. Es war toll, diese Erfahrung als Gruppe zu machen. Die Studienfahrt hat uns alle bisschen mehr auf die Politik aufmerksam gemacht.

Geschichte und Politik betreffen uns direkt und sind nicht in den Nachrichten oder im Landtag wichtig. Vielleicht sitzt einer von uns irgendwann in einem Sitzungssaal und gestaltet die Zukunft mit, aber wir haben schon jetzt gelernt, dass es wichtig ist, Verantwortung und Leiterschaft als Gruppe zu übernehmen.

Leon Hartwich

Von Widerstand und Mitläufern

Das Wort Holocaust löst in jedem von uns verschiedene Emotionen und Erinnerungen aus.

Für manche sind diese heute noch real, für andere wiederum eine Erzählung aus der Geschichte Deutschlands mit dem Appell: Das Geschehene darf sich niemals wiederholen!

Um an dieses Geschehen zu erinnern und diesem Appell nachzugehen, haben wir als AHF-Schule den diesjährigen Holocaust-Gedenk-Tag organisiert.

An diesem Tag erwartet sie eine Collage aus verschiedenen Theaterstücken, Musikstücken, Filmen, Gedichten und Livemusik, die von den Schülerinnen und Schülern des Literaturkurses gestaltet wurden und am Holocaust-Gedenk-Tag auf die Bühne gebracht werden.

Lassen sie uns gemeinsam diesen Tag begehen und an die zahlreichen unschuldigen Menschen gedenken, welche dort ihr Leben verloren haben, die vielen Qualen aushalten mussten und versucht haben, durchzuhalten.

Deshalb laden wir Sie ganz herzlich zu unserem Holocaust-Gedenk-Tag in die

AHF-Schule ein.

Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen

Wie jedes Jahr fand auch dieses Jahr der Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen statt. Nach einer Vorrunde in der Klasse, bei der zwei Klassensieger bestimmt wurden, wurde ein Schulsieger bestimmt, der die Schule auf der nächsten Ebene vertritt.

Die Jury, die aus den Deutschlehrern Sabine Pawelczyk, Johann Driediger und den Oberstufenschülern Isabel Frese und Kilian Günter bestand, hat Manuel Dumler aus der 6E zum Sieger gekrönt. Die Jury betonte, dass es in diesem Jahr besonders schwer gewesen sei, einen Sieger auszumachen, da alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen durch ihre Lesetechnik und Interpretation hervorgestochen seien. Den zweiten Platz belegte so auch mit nur einem Punkt Abstand Mia Rakel Singer (6G). Über den dritten Platz freue sich Jeremias Block (6H).  Manuel und Mia konnten sich zusätzlich auch über einen Gutschein für eine Buchhandlung freuen.

Wir gratulieren Manuel Dumler und wünschen ihm viel Erfolg für die kommende Runde.  

Wandertag nach Köln

Wir, die Klasse 8G, fieberten schon lange auf den Wandertag hin, der ins Schokoladenmuseum gehen sollte. Am Montag, den 15.12. ging es los. Unser Zug nach Köln sollte um 7:52 Uhr in Herford abfahren. Die Zugfahrt war lang, jedoch hatten wir keine Langeweile. Wir spielten Karten oder andere Spiele, denn Handys waren nicht erlaubt, was sehr gut war. Wir kamen halbwegs pünktlich in Köln an, was für die Deutsche Bahn fast schon ein Wunder ist. Vom Kölner Hauptbahnhof war es dann nicht mehr weit zum Schokoladenmuseum. Ein verrücktes Gebäude. Wie ein Schloss steht es auf einer Insel im Rhein. Direkt daneben die berühmten Kranhäuser. Wir hofften, Lukas Podolski zu sehen, aber dieser Wunsch ging leider nicht in Erfüllung. An der Führung gefiel uns besonders der Schokoladenbrunnen und die Verkostung, bei der wir verschiedene Schokoladen probieren durften. Uns gefiel auch eine Maschine, bei der man verschiedene Gerüche zuordnen musste. Und die Produktion. Die Führung dauerte etwa 60 Minuten. Danach hatten wir noch 40 Minuten Zeit, uns selber im Schokoladenmuseum umzusehen. Anschließend gingen wir in kleinen Gruppen in die Stadt.

Viele gingen zu McDonalds. Wir trafen uns beim Dom wieder und mit einer halben Stunde Verspätung stiegen wir in den Zug ein. Nach Plan sollten wir um 19 Uhr in Herford sein. Doch plötzlich blieben wir in Hamm stehen, da angeblich Teile auf der Fahrbahn vor Bielefeld lagen. Wir standen sehr lange und nach ungefähr einer Stunde wurden wir aufgefordert, den Zug zu verlassen. Eine Alternative, die allerdings genau dieselbe Route fahren sollte, sollte fahren. Wir waren gerade eingestiegen, als wir wieder den Zug verlassen mussten. Nun gab es nur noch einen Zug, mit dem wir fahren konnten. Dieser ging allerdings nach Paderborn. So mussten uns unsere Eltern aus Paderborn abholen. Die meisten waren gegen 21:30 Uhr zu Hause. Es ging alles gut aus, wir vermuten, dass das unser letzter Wandertag mit einem Zug war.

Geschrieben von Theo Uffmann