Dr. David Kellermann - Die Vision, die Online-Lehre besser zu machen als die Präsenz-Lehre
Dr. David Kellermann hat es geschafft, dass seine digitale Vorlesung bei den Studierenden besser ankam als seine Präsenzveranstaltungen. Das war ein Ziel, das er seit 2017 verfolgt hat. Dieser YouTube-Vortrag zeigt, was Kellermann bis dato geschafft hat - Es ist inspirierend.
Was mich bei Kellermann begeistert und was man von ihm für die allgemeinbildende Schule lernen kann, habe ich hier beschrieben.
Die Leiter der AHF-Schulen haben die International Educational Leadership Conference in Budapest besucht, die unsere Partnerorganisation ACSI veranstaltet hatte. Ca. 215 Teilnehmer aus 32 Ländern haben Kontakte vertieft und über eine partnerschaftlichen Zusammenarbeit ausgetauscht.
Ein ausführlicher Bericht über das Erlebte ist hier erschienen.
Dr. Alexander Drews, Andreas Herm, Martin Molter, Gunnar Johannesmeyer, Oliver Schmitz,
Peter Dück, Ingo Krause, Arnold Driediger (stehend v. l. n. r.)
Der Blick über den Tellerrand bereichert ja bekanntlich. In Rethinking Christian Higher Education1 untersucht Nicholas Wolterstorff die Entwicklung der christlichen Hochschulen in den USA. Aus dieser Geschichte lässt sich auch etwas für die Praxis christlicher Schulen in Deutschlang lernen.
Das 19. Jahrhundert war der Aufbruch zur Gründung vieler kirchennaher Hochschulen (church-based colleges) in den USA. Kirchen und Staat wurden sich zunehmend der Bedeutung von Bildung bewusst. Der Grund für die Gründung christlicher Hochschulen lag in der Ausbildung des klerikalen Nachwuchses. SO dominierte in dieser Zeit die Zahl der konfessionellen Hochschulen, während die Bildung im Primar- und Sekundarbereich vorrangig in staatlicher Hand lag. Die Situation änderte sich nach dem zweiten Weltkrieg. Die staatlichen Universitäten nahmen an Größe und Bedeutung zu. Die kirchennahen Einrichtungen wurden in den Hintergrund gedrängt. Ihre Reaktion war, dass sie von nun an das Kleine und Beschauliche (smallness) feierten. Und da in den staatlichen Universitäten die freien Künste (liberal arts) nur am Rande vertreten waren, wählten die kirchennahen Hochschulen die freien Künste zu ihrem Schwerpunkt.
Welches Selbstverständnis nahmen die christlichen Hochschulen für sich an?
Die Antwort auf diese Frage hängt zu einem großen Teil mit der 'öffentlichen Frömmigkeit' (public piety, Richard Neuhaus) zusammen, die aus einem komplizierten System aus nationalen Riten, Ritualen und Symbolen besteht. Es ist eine Art moralisch-kulturelles Werteverständnis. Jüngst hat man es auch als die amerikanische Zivilreligion (American civil religion) bezeichnet. Diese öffentliche Frömmigkeit unterschied sich von den klassischen Religionen. So sind Washington und Lincoln anerkannte Figuren des Ersteren, aber nicht als 'Heilige' in irgendeiner Religion anerkannt. Es steht aber fest, dass es eine Interaktion zwischen dieser allgemeinen Frömmigkeit und den einzelnen Glaubensrichtungen gibt. Auf diesen Interaktionsprozess wirken nun zwei Kräfte ein:
Die Dynamik einer kreativen Gemeinsamkeit (commonality). Die allgemeine Frömmigkeit ist stets einem Wandel unterzogen und es entstehen regelmäßig kreative Neuerungsprozesse. Die Teilnehmer dieses gesellschaftlichen Prozesses versuchen nun, mit diesen Veränderungsprozessen, unabhängig von ihrer eigentlichen Religion, Schritt zu halten.
Die Dynamik der Akkommodation (accommodation). Diese wirkt beständig auf die Religionen, so dass sie sich der allgemeinen Frömmigkeit anzupassen versuchen. Und wenn Christen heute keine Spannung zwischen ihrer Religion und Gesellschaft empfinden, liegt die Ursache in der gegenseitigen Akkommodation. Es gibt nämlich keinen wesenhaften Unterschied zwischen der öffentlichen Frömmigkeit und dem religiösen Christentum.
In der letzten Zeit ist in vielen Kirchen jedoch die Sicht gereift, die einen ernsthaften Konflikt mit dieser Art von Frömmigkeit erkennt. Und in vielen Gemeinden nimmt die Kritik gegenüber der amerikanischen Kultur bzw. der allgemeinen Frömmigkeit zu. Diese Einschätzung fordert wiederum die kirchennahen Hochschulen heraus, ihre Art der Bildung neu zu definieren. Die Anpassung an die Mehrheitsgesellschaft überzeugt nicht mehr, so dass gerade heute ein Bedürfnis nach einer neuen Vision und Sendung kirchennaher Hochschulen besteht.
Was könnte eine solche Vision aussehen?
Man kann die Berufung der Kirche bzw. der Gemeinde in der Welt mit drei Begriffen umschreiben: (1) Die Gemeinde soll Zeugnis sein (witness). (2) Die Gemeinde ist berufen zum Dienen (service). (3) Die Gemeinde ist herausgefordert, das neue Leben vorzuleben und evident zu machen (give evidence of the new life). Das wahre Motiv für eine christliche Hochschule besteht also darin, dass sie nicht für sich existiert. Sondern diese Hochschule ist vielmehr ein Projekt von und für die christliche Gemeinschaft, damit diese ihre Berufung in der Welt leben kann. Wenn das stimmt, erfordert dies eine alternative Pädagogik. Es müsste eine Pädagogik angewandt werden, die der Berufung der Kirche in der Welt Rechnung trägt.
Was sind nun die pädagogische Implikationen hieraus?
Eine solche Pädagogik impliziert sechs große Bereiche, die entfaltet werden müssen.
Wir sollten eine der christlichen Hochschule angemessene Pädagogik erarbeiten. Mit Pädagogik ist gemeint, „how we teach what we teach“. Es scheint, dass hier noch wenig Mühe investiert wurde. Und Konzepte, die in der Praxis bekannt sind, machen Anleihen bei fraglichen Geistesströmungen.
Wir müssten ein der christlichen Hochschule angemessenes Curriculum entwickeln. Damit meine ich eine Struktur aus Pflicht- und Wahlfächern. Hier haben wir noch nicht ausreichend nachgedacht und gearbeitet.
Wir müssten eine der christlichen Hochschule angemessene Struktur entwickeln. Hier haben nur Wenige überhaupt einen Gedanken verschwendet, wie z. B. in einem solchen christlichen Setting mit Macht und Verantwortung umzugehen ist.
Wir müssten das, was wir lehren, für das Evangelium empfänglich machen.
Wir müssten intensiv über den Ort und die Rolle der Anbetung innerhalb einer christlichen Gemeinschaft nachdenken.
Wir müssten die Grundprinzipien für die Pädagogik erarbeiten, indem wir fragen, was ein solches Lernen mit dem Leben zu tun hat. Hier müssen wir fragen: Was ist unser Bild eines erfolgreichen Absolventen? Das ist eine zentrale Frage.
Quellen:
1 Wolterstorff, Nicholas (2004). "Rethinking Christian Higher Education" in Educating for Shalom. Essays on Christian Higher Education. Grand Rapids: W. B. Eerdmans. S. 3-9.
Two World Wars and the Holocaust made Germany the Arch-villain of the 20th century. This lecture will look at the other side: in the middle of the precious millennium, Germany pioneered the modern world and blessed all the nations.
Twentieth century Germany was guilty: What made it so terrible?
Power — by the end of the 19th century, something had made Germany sufficiently powerful to plunge the world into two wars. This lecture will explore the source of that power.
Evolution —Aryans are most evolved. Germany’s power came from a belief that all men are made in God’s image, therefore, they are equal. It became evil by replacing faith in equality with a blind belief in evolutionary inequality.
Rationalism — German Rationalism that put faith in human reason led to its unprecedented immorality. Its greatest thinkers such as Immanuel Kant and Friedrich Nietzsche reached valid conclusions that human reason is incapable of knowing of morality - Good and Evil - are real.
Imperialism —Germany became evil by renaming European imperialism as “Nationalism,” even though the modern idea of Nation had been formulated in north-west Germany, in Westphalia in 1648.
Germany Became a Blessing Because Teachers Taught
Theological Idea of Equality: Revelation 5: 9-10
Musical Revolution
Linguistic Revolution
Educational Revolution
Politics as Pursuit of Liberty
Freedom of Conscience
Tolerance
Sexual Revolution
Family as the divine means of establishing our dominion
'Was, wenn Lernen' (What if Learning) ist ein bewusst christlicher Zugang zum pädagogischen Handeln im Klassenraum. Lehrkräfte aus Australien, Großbritannien und den USA haben unter der Prämisse - der christliche Glaube kann einen Unterschied im Klassenraum ausmachen - einen Zugang entwickelt, wie christliche Bildung im Klassenraum geschehen könnte. Trevor Cooling, Initiator des Projekts, erklärt auf YouTube den spezifischen Ansatz dieser Pädagogik.
Die Seite WhatifLearning gibt Lehrkräften Anregungen, wie sie ihren Klassenraum in Orte mit einem christlichen Ethos verwandeln könnten, unabhängig vom Fach und Alter der Lerngruppe. Zu empfehlen sind die vielen Unterrichtsideen und -beispiele, die man je Fach und Primar-/Sekundarbereich auswählen kann.